Theaterarbeit „Spiel und Sprache“ mit Geflüchteten

Ansätze zum Kooperationsprojekt mit der Schotte und der Bürgerstiftung Erfurt

Der Theaterkurs „Spiel und Sprache“ für geflüchtete Kinder & Jugendliche wurde Anfang 2016 als Kooperationsprojekt der Bürgerstiftung Erfurt mit dem Kinder- und Jugendtheater „Die Schotte“ ins Leben gerufen. Ziel des Projekts bestand in der langfristigen Integration von jungen Menschen mit Fluchthintergrund in die soziale und kulturelle Atmosphäre der Schotte, sowie die integrationsbezogene Förderung von sozialen, künstlerisch ausdrucksbezogenen & sprachlichen Befähigungen der Teilnehmer durch Regelmäßigkeit und Vertiefung von spiel- und theaterpädagogischen Übungen und Trainings, um sich fortführend über Übungen des Darstellenden Spiels (Sensibilisierungs-, Konzentrations-, Bewegungs-, Vertrauens-, Beobachtungs-, Raum- und Sprechtrainings) mit den Voraussetzungen des Theaterspiels vertraut zu machen.

Als oberste Prämisse stand der Aufbau einer festen Gruppe mit vertrauens-voller Atmosphäre in den Formen der Theaterpädagogik und dem Heranführen an Theater, seine Mittel, Methoden und individuellen Zugewinne.

Weiterhin sollten Besuch von Theatervorstellungen in der Schotte und die Planung und Durchführung von 1-2 kleinen Auftritten als Ankerpunkte fungieren.

Im September 2016 entstand der Kontakt zu Frau Lück – Juristin in London – sie untersucht für ihre wissenschaftliche Arbeit das Engagement von Bürgerstiftungen in Deutschland und war über das besondere Engagement der Bürgerstiftung Erfurt begeistert, da der Theaterworkshop ein ganz spezielles Format der Integration bot.

Ebenso wurde das Projekt zur Tagung „Integration von zugewanderten durch Bildung und Beratung“ am 29. September 2016 an der Universität Erfurt von Christian Weiß präsentiert und erläutert.

Für Anfang Dezember lud die Bürgerstiftung das Projekt zu einer Präsentation auf dem alternativen Weihnachtsmarkt in der Barfüßerruine Erfurt ein.

Im Kurs entstand somit das erste Projekt!

Die Teilnehmer fokussieren ihre Arbeit in einer kleinen Inszenierung zum Thema „Krieg und Frieden“ und zu ihren Erfahrungen mit der „Ausländerbehörde“ in einer humorvoll bis ernsten Mini-Inszenierung. Hierbei verschmolzen verschiedene Theaterformen des Sprach-, Körper- und Bewegungstheaters miteinander.

Mit großer Anspannung und Aufregung fand die erste Aufführung in der Barfüßerruine statt und konnte als erster begeisternder Erfolg und als Basis für eine weitere Auseinandersetzung mit ihren Themen gesetzt werden. Der Mitteldeutsche Rundfunk übertrug in einem Beitrag Ausschnitte aus der „Show“.

Im gleichen Monat Dezember wurde zudem für die alljährliche und bekannte Talentshow „Kulissenwechsel“ in der Schotte am Projekt weiterinszeniert. Zwei szenische Momente arbeitete die Gruppe hinzu, sodass das Stück etwas komplexer und für die Teilnehmer weiterhin eine große Herausforderung darstellen konnte. Sie hatten sich nun in der Gruppe mehr und mehr selbst zu organisieren, von Kostümen über die Bühnenorientierung bis hin zu zusätzlich nötigen Proben für den großen Auftritt vor ausverkauftem Haus.

Es war die erste große Präsentation in der Schotte, auf der großen Bühne. Sowohl für die Teilnehmer, als auch für die Schotten und Schottengäste galt dies wie eine Prüfung, die sie unter tosendem Beifall absolvierten. Die Feedbacks waren mehr als nur „schön“, sondern „ berührend“, und „bewegend“.

Damit war das Projekt & der Kurs „Geflüchteten-Etüde“ nun „richtig“ in der Schotte verankert.

Als nächstes Ziel wird auf eine Weiterentwicklung und Vertiefung der bereits bestehenden Geschichte gesetzt. Szenen werden mit „ allen Teilnehmern zur Geschichte hinzugebaut und eingeflochten.
So soll es im Mai/Juni 2017 zwei weitere abendfüllende Aufführungen geben (ca 45-50 Minuten), die in der Schotte und an einem weiteren Ort präsentiert werden sollen.